Es ist wichtig, die richtigen Partner zu haben!
Auftaktveranstaltung NeuPrAG am 19.06.2008 in Köln
„Neue Präventionsallianzen für mehr Gesundheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Baustoffindustrie“ kurz NeuPrAG unter diesem Motto steht ein gemeinsames Projekt der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) und des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH (IBGF).
Vom 01.11.2007 bis zum 31.10.2010 werden in diesem mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekt neue Wege entwickelt und modellhaft umgesetzt, mit denen der Präventionsgedanke in die vorwiegend aus Kleinbetrieben bestehende Branche der Baustoffindustrie verankert werden kann.
Erster Schritt: Bedarfsanalyse
In der Analysephase zu Projektbeginn wurde der Bedarf der Kleinunternehmen aus Sicht unterschiedlicher Interessensgruppen erhoben. Mittels Fragebogen sind die Betriebe der Branche direkt angesprochen worden. Dabei wurden sie nach ihren bisherigen Aktivitäten im Gesundheitsschutz befragt, nach Themenfeldern, in denen sie Unterstützungsbedarf sehen und den Wegen, auf denen sie sich diese Unterstützung wünschen.
Außerbetriebliche Experten befassten sich im Rahmen eines Workshops mit der Frage, welche Faktoren die Akzeptanz und Verbreitung von Präventionsangeboten in der Branche positiv oder negativ beeinflussen und suchten nach Lösungen.
Abgerundet wurde die Bedarfsanalyse durch eine Literaturrecherche zur Gesundheitsprävention in der Baustoffindustrie und zu bisherigen Erkenntnissen aus bereits bestehenden Präventions-Netzwerken.
Projektauftakt in Köln Vertreter aus rund 30 Institutionen diskutierten über geeignete Wege
Am 19.06.2008 fand im Kölner Park-Inn-Hotel die offizielle Projektauftaktveranstaltung statt. Nach der Begrüßung durch Herrn Ehnes, dem Leiter Prävention der Bergbau- und Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, und Herrn Pelster, dem stv. Leiter des IBGF, stellte Herr Dr. Riegler vom Projektträger, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das laufende Projekt in den Zusammenhang des BMBF-Förderprogramms „Arbeiten Lernen Kompetenzen entwickeln, Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“.
Ein wichtiger Schwerpunkt in den laufenden Projekten sei nach seiner Aussage die Erprobung eines sinnvollen Transfers von Forschungserkenntnissen in die betriebliche Praxis. Insgesamt werden in diesem Förderschwerpunkt neben NeuPrAG 22 weitere Projekte gefördert. Damit die dort gewonnenen Erkenntnisse nicht isoliert voneinander bearbeitet und verbreitet werden, sind Fokusgruppen gebildet worden, die dem Austausch und der Kooperation dienen.
Frau Nicole Jansen (StBG) stellte die Partner, den Aufbau und die Ziele von NeuPrAG vor. Ein wesentlicher Schwerpunkt gerade in der Startphase sei es, die überbetrieblichen Partner zu vernetzen. Nur so sei es möglich, auch neue Akteursallianzen zu entwickeln und Partner ins Boot zu holen, die bislang noch wenig Erfahrungen und Berührungspunkte zur Prävention aufweisen. Damit es aber auch ein Projekt werde, in dem die Betriebe einen konkreten Nutzen erzielen, sei es unverzichtbar, die betriebliche Ebene zu erreichen und bei den Verantwortlichen in den Unternehmen mehr Verständnis für die Etablierung von Präventionsmaßnamen zu erreichen.
Herr Sören Brodersen (IBGF) zeigte zum Abschluss des Vormittags einen Auszug aus den bisherigen Erkenntnissen der Analysephase. So haben sich (mit Stand 19.06.2008) 162 Unternehmen an der Befragung beteiligt. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl dieser Betriebe liegt bei 114 Beschäftigten. Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass in der Baustoffindustrie noch relativ wenig Erfahrungen mit Angeboten zur Gesundheitsförderung vorliegen. Die Aufgaben des „klassischen“ Arbeitsschutzes sind vielfach erfüllt, darüber hinaus gehende Aktivitäten aber nur selten zu verzeichnen.
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der aktiven Vernetzung der Teilnehmer. Zu den drei Fragestellungen:
- Was kann und will ich (meine Institution) konkret in das Projekt / Netzwerk einbringen?
- Was verspreche ich (meine Institution) mir konkret von dem Projekt?
- Wer muss noch dabei sein, damit die Präventionsallianzen möglichst viele Unternehmen erreichen?
wurde eifrig diskutiert und eine Vielzahl an Erfahrungen ausgetauscht. Dabei wurde deutlich, dass die Anwesenden über ihre Institutionen bereits viele Angebote vorhalten, die auch im Rahmen der Präventionsallianz von Nutzen sein werden. Über die verschiedenen Zugangswege und Kontakte der Partner-Institutionen können zudem sehr viele Betriebe aus der Baustoffindustrie erreicht werden.
Von ihrer Beteiligung am Projekt versprechen sich die Teilnehmer einerseits neue Anregungen für ihre eigene Arbeit, auf der anderen Seite erwarten sie aber auch positive Auswirkungen für die Unternehmen in der Baustoffindustrie (mehr Gesundheit für die Beschäftigten).
Ein Ziel der Veranstaltung war es, die unterschiedlichen Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen und auf diesem Weg auch weitere potenzielle Partner für das Netzwerk zu identifizieren. Obwohl die Teilnehmer mit rund 30 branchenspezifischen Institutionen bereits ein breites Spektrum abdeckten, wurden weitere Institutionen genannt, deren Einbindung den Projekterfolg erhöhen könnte.
Nach vier Stunden intensiver Diskussion endete die Veranstaltung. Die Teilnehmer und die Veranstalter zogen ein durchweg positives Fazit dieses Starts in die Vernetzung unter dem Motto „Neue Akteursallianzen für mehr Gesundheit in der Baustoffindustrie“.
Die Vorträge zum Download (PDF-Dateien)
Fotogalerie
Fotografische Impressionen der Veranstaltungen finden Sie in der Fotogalerie.





